Biedermeier und Vormärz

1815 - 1848 (1795 - 1830)

Biedermeier und Vormärz ist die literarische Epoche, die durch die Kultur des Biedermeier und den auch politisch zu verstehenden Vormärz vom Ende des Wiener Kongresses 1815 bis zum Beginn der bürgerlich-liberalen Märzrevolution 1848 gekennzeichnet ist.
Die Dichter empfanden diese Zeit und die Menschen in ihr als zerrissen und als zwischen Gegensätzen schwankende Personen; dies ist typisch für die Literatur der Epoche. Prägend für die Dichter ebendieser war die Auseinandersetzung sowohl mit Goethe, als auch mit Schiller.

Vertreter dieser Literaturepoche:


Franz Grillparzer (1791 - 1870) österreichischer Dramatiker, hier findet eine Überscheidung mit der Romantik, von der Franz Grillpaezer geprägt war, statt.

Berühmte Dramen:
» Das goldene Vlies
» Die Ahnfrau
» König Ottokars Glück und Ende
» Ein treuer Diener seines Herrn
» Ein Bruderzwist in Habsburg

Novellen:
» Der arme Spielmann
» Das Kloster bei Sendomir

Adalbert Stifter (1805 -1868) Seine wohl berühmteste Erzählung ist "Der Bergkristall" (Der heilige Abend). Hier eine Anekdote über die Entstehung

Auszug aus Adalbert Stifters Nachlassblättern 1867, „Mein Leben“:

„…die Großmutter antwortete darauf: "Mit einem Knaben, der die Fenster zerschlagen hat, redet man nicht." Ich verstand zwar den Zusammenhang nicht, aber das Außerordentliche, das eben von mir gewichen war, kam sogleich wieder; die Mutter sprach wirklich kein Wort, und ich erinnere mich, dass ein ganz Ungeheures auf meiner Seele lag, das mag der Grund sein, dass jener Vorgang noch jetzt in meinem Inneren lebt. Ich sehe den hohen schlanken Kornhalm so deutlich, als ob er neben meinem Schreibtische stände; ich sehe die Gestalten der Mutter und Großmutter, wie sie in dem Garten herumarbeiteten, die Gewächse des Gartens sehe ich nur als unbestimmten grünen Schmelz vor mir; aber der Sonnenschein, der uns umgab, ist ganz klar da. Nach dieser Begebenheit ist abermals Dunkel. Dann aber zeichnet sich deutlich und bleibend die Stube ab, in der ich mich befand. Ganz vorzüglich sind es die großen dunkelbraunen Tragebalken der Diele, die vor meinen Augen sind und an denen allerlei Dinge hingen. Dann war der große, grüne Ofen, der hervorspringt, und um den eine Bank ist. Dann sagte die Mutter, der Zimmersepp wird uns einen Tisch machen, auf dem das Osterlämmlein ist. Der Tisch wurde fertig und bildete meine große Freude..."

Heinrich Heine (1797 – 1856) fällt überschneidend sowohl in die Epoche der Romantik, als deren letzter Vertreter er gilt, als auch in die Biedermeier und Vormärz - Epoche. Er ist bekannt dafür, der deutschen Sprache eine Art Leichtigkeit verliehen zu haben.

Kaiserin „Sisi“ , Elisabeth von Österreich über Heinrich Heine:
„Heine ist von den meisten anderen Dichtern verschieden, weil er alle Scheinheiligkeit verachtet, er zeigt sich stets als der, welcher er ist, mit allen menschlichen Eigenschaften und allen menschlichen Fehlern.“

Werke u.a.: Deutschland. Ein Wintermärchen
» Atta Troll
» Aus den Memoiren des Herren von Schnabelewopski

Georg Büchner (1813 - 1837) tat sich im Vormärz als Revolutionär hervor, gehört zu den bedeutendsten deutschen Schriftstellern.

Bekannte Werke:
» Dantons Tod (Drama)
» Woyzeck (Fragment)
» Leonce und Leonie (Lustspiel)
» Lenz (Erzählung)

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