Wilhelm Busch

Maler und Dichter (1832 - 1908)
Till Eulenspiegel Buchtipp Heinrich Christian Wilhelm Busch wurde am 15.April 1832 in Wiedensahl bei Hannover geboren.

Er war das älteste von sieben Kindern und wurde als 9- Jähriger zur Erziehung an seinen Onkel, einen Pfarrer in Ebergötzingen bei Göttingen, übergeben, wo er zusammen mit einem Müllers Sohn namens Bachmann privat unterrichtet wurde.
Auf Wunsch seines Vaters studierte er Maschinenbau.

Jedoch galt sein besonderes Interesse damals schon der Malerei, weswegen er auf die Kunstakademien in Düsseldorf, Antwerpen und zuletzt in München wechselte. Er arbeitete etwa ab 1865 intensiv an Aktstudien und Anatomiezeichnungen. In dieser Zeit, entstanden auch seine ersten Bildergeschichten, später kamen noch andere Geschichten hinzu, bis etwa 1884 einige seiner berühmtesten, wie „Plisch und Plum“ oder „Maler Klecksel“. Sein Hauptinteresse aber galt immernoch der Malerei; es entstanden mehr als 1.000 Ölbilder. Als junger - eher naturgetreuer - Maler orientierte er sich später an der abstrakteren Malkunst der flämischen Meister.

Was seine Dichtkunst betraf, so beschränkte sich sein Werk nicht nur auf Lyrik, er verfasste auch Prosatexte - einige Beiträge standen schon 1859 in den „Fliegenden Blättern“, sowie von einem an Bienenzucht interessierten Wilhelm Busch im Jahre 1867 im „Bienenwirtschaftlichen Centralblatt“. Er lebte ab 1864 zurückgezogen in Wiedensahl und später in Mechtshausen, wo er am 9. Januar 1908 starb.

Wer kennt sie nicht, die berühmten Bildergeschichten von den bösen Buben „Max und Moritz“, von der „frommen Helene“ , vom Unglücksraben „Hans Huckebein", oder von „Herrn und Frau Knopp“? Die Vorläufer der späteren Comics gingen damals um die ganze Welt. In einer Zeit, in der Wilhelm Busch intensiv malte, entstand u. a. die Bildergeschichte von „Max und Moritz“, die er billig an einen Verlag verkaufte, der übrigens damit später ein Vermögen verdiente. Dabei galt Wilhelm Buschs große Liebe vorwiegend der Malerei, für die er zu Lebzeiten kaum Anerkennung erhielt und die erst nach seinem Tod gezeigt wurde. Er selbst bezeichnete sich als einen mittelmäßigen Maler.

Selbstportrait Wilhelm Busch Seine Bildergeschichten in Versen waren ja eigentlich nur als „Beiwerk“ gedacht. Sie wurden aber in aller Welt so berühmt und sind bis heute vielgeliebt und aus keiner guten Kinderstube mehr wegzudenken, denn diese Geschichten sind Aufregung und Spaß pur!

Satirische Dichtkunst und eine revolutionäre Sicht des Spießbürgertums lassen das klassisch „Schöne“ und „Gute“ in der damaligen Kunsttheorie verblassen, denn der Leser identifiziert sich mit den „ach so bösen“ Helden, und das, obwohl sie alle ein schlimmes Ende nehmen und nicht für zimperliche Leser gedacht sind!
Nun, ja, wer kann sich schon mit einem bürgerlichen „Lehrer Lämpel“ oder einem „Onkel Nolte“ anfreunden, wenn doch das Aufsässige in uns derart erweckt wird?

Da nehmen wir schon als Kind doch gerne in Kauf, dass uns - ob der Demonstration von Ungehorsamkeit - ein wenig mulmig wird…. Aber nicht nur Bildergeschichten, auch Prosa verfasste Wilhelm Busch - wie erwähnt - mit Vorliebe und gekonnt amüsant obendrein, zum Beispiel in „Eduards Traum“ (1891), der zauberhaften Geschichte eines Jungen, der sich selbst von außerhalb im Schlafe betrachtet und als Punkt durch die Welt fliegt. Oder aber auch Wilhelm Buschs Erzählung vom „Schmetterling“ (1895). Ebenso gibt sein Brief zum Thema "Rezension" an seinen Verleger Bassermann einen Einblick in seine Sichtweise, ein immer wieder auch gerne von Germanisten gerne hervorgeholtes Stück. Hier: "Mein lieber Bassermann" Eines ist gewiss: Wilhelm Busch gehört zu den bedeutendsten Künstlern seines Genres und ist wohl durch seine Bildergeschichten für immer unsterblich geworden. Hier: „Ich über mich“ von Wilhelm Busch.

Weitere Werke u.a.:
» Der hinterlistige Heinrich
» Max und Moritz
» Hans Huckebein
» Die fromme Helene
» Fipps der Affe
» Maler Klecksel
Auszug aus "Fromme Helene"
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